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Über den finanziellen Fairplay (FFP) im Fußball

Fußball ist die meistgesehene Sportart der Welt und der Grund, warum so viele Menschen dafür bezahlen, fernzusehen, Brauereien zu besuchen, Sportnachrichten-Apps herunterzuladen oder Plattformen zu besuchen, die EM 2024 Wetten oder ähnliche unterhaltsame Dinge anbieten. Aber wie kam es, dass Fußball so viel Anerkennung erlangte? Nun, einer der Gründe ist zweifellos FFP.

Für diejenigen, die es nicht wissen: FFP ist eine Initiative, die darauf abzielt, den finanziellen Aspekt des europäischen Fußballvereins zu verbessern. Sie wurde 2010 genehmigt und die ersten Bewertungen begannen gleich im darauffolgenden Jahr. Von da an mussten alle Clubs, die sich für die UEFA qualifiziert haben, einen Nachweis darüber abgeben, dass sie in der ganzen Saison keine Verbindlichkeiten mit anderen Clubs, Spielern oder Sozialbehörden eingegangen sind. Im Klartext: sie mussten ihre Rechnungen und Schulden bezahlen!

Schon fünf Jahre lang dürfen Vereine keine Schulden anhäufen und mussten ihre Ausgaben und Einnahmen ausbalancieren. Hierbei werden die Finanzdaten der Vereine Saison für Saison von der Finanzkontrollbehörde (CFCB) analysiert. Im Sommer 2015 hat die UEFA die Richtlinien zur Erreichung einer nachhaltigen Zukunft aktualisiert und zum ersten Mal wurde die CFCB erweitert.

Wenn Ausgaben die Einnahmen übertreffen, kann dieser Unterschied durch private Geldgeber oder Investoren ausgeglichen werden. Derzeit beträgt dieser erlaubte Unterschied 30 Millionen Euro in einer Zeitspanne von drei Jahren. Letztes Jahr sollte die Höhe dieses Beitrags neu besprochen werden. Das Ziel ist natürlich ihn auf die null zu bringen.

Wenn mal ein Club die Regeln nicht einhält, kann er von der UEFA sanktioniert werden, was durch eine gegenseitige Vereinbarung zwischen der UEFA und den Clubs festgelegt wurde.

Die Frage der Lizenz, Verschuldungen und Sanktionen?

Jeder Club, der sich für die UEFA Champions League oder die UEFA Europa League qualifiziert, benötigt eine Lizenz, die von den nationalen Verbänden erteilt wird. Dies geht auf die UEFA-Regeln zur Lizenzierung und zum finanziellen Fairplay zurück. Dann werden die Dokumente und Zahlen aller Vereine geprüft, die für einen UEFA-Wettbewerb angemeldet wurden und letztendlich beschlossen, wer eine Lizenz erteilt bekommt.

Manche Clubs haben enorme Schulden. Die Frage lautet, ob und wie diese Vereine das FFP noch einhalten können. Verschuldungen sind normalerweise ein Bestandteil des Finanzierungsansatzes jedes Unternehmens. Die Schuldenanhäufungen werden aber mit Hilfe der Break-Even-Regeln eingeschränkt. Durch diese werden Investoren zur Deckung der Verluste verpflichtet. Dazu werden noch freiwillige Vereinbarungen mit der CFCB von ihnen erwartet, wobei sie gewisse Mittel im Voraus bereitstellen müssen.

Dieses Lizenzierungssystem wurde in der Saison 2003/04 eingeführt und seither wurden insgesamt 53 Klubs bei verschiedenen Gelegenheiten, nicht bei der UEFA zugelassen, weil sie die finanziellen Kriterien nicht erfüllten. FFP wurde wie schon gesagt 2011 eingeführt und seit diesem Jahr bekamen sechs Vereine den Zugang zu den UEFA-Wettbewerben verboten und nur weil sie den Spielern keine Löhne oder Gebühren für Transfers ausgezahlt haben.

Die UEFA behält nichts von dem Geld. Sie wird das Geld aus finanziellen Beiträgen an andere europäische Clubs nach einer vereinbarten Formel weitergeben. Die genauen Einzelheiten werden zu gegebener Zeit festgelegt.

Wird es das finanzielle Fairplay für kleinere Vereine unmöglich machen, größere Vereine finanziell zu überwinden?

Es gibt große Unterschiede zwischen dem Wohlstand verschiedener Clubs, die unabhängig vom finanziellen Fairplay sind. Sein Ziel besteht nicht darin, alle Vereine gleich reich zu machen, sondern die Clubs zu ermutigen, weiter an sich zu arbeite, statt nach einer schnellen und leichten Lösung zu suchen.

Durch die Begünstigung von Investitionen in die Jugend- und Stadioninfrastruktur wurde die Break-Even-Bewertung so strukturiert, dass sie für kleinere und mittlere Clubs weniger restriktiv ist und mit der Zeit werden mehr kleinere und mittlere Clubs Weiterentwicklungspotential haben.

Kritik

Schon von Anfang an gibt es keine genau formulierten Regeln und kleinere Clubs wurden öfter bestraft, was stark kritisiert wurde. Mittlerweile wird das Regelwerk als nicht funktionell bewertet. Einmal kam ans Licht, dass Paris St. Germain und Manchester City in der Saison 2013/2014 keine Sanktionen erhielten, obwohl ihre Bilanzen laut UEFA gegen die Regeln des FFP verstießen.